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Weniger Worte, mehr Andacht: Die Rechtschaffenen während des Haddsch:

Weniger Worte, mehr Andacht: Die Rechtschaffenen während des Haddsch:

5. Weniger Worte, mehr Andacht: Die Rechtschaffenen während des Haddsch:

Al-Dscharîrî sagte: „Anas ibn Mâlik setzte in Dhât Irq den Ihrâm an. Wir hörten ihn nicht sprechen, außer wenn er Allâh gedachte, bis er den Ihrâm beendete. Dann sagte er: ‚Mein Neffe, so ist der Ihrâm.‘“ Mansûr ibn Al-Mu‘tamir sagte: „Schuraih, Sohn von Al-Hârith und ein Richter, war im Ihrâm stumm wie eine Schlange (wörtl. taub wie eine Schlange, die sich nicht reizen lässt, AdÜ).“ Nâfi, der Freigelassene von Ibn Umar, sagte: „Ich sah Menschen, die dieses Haus (die Ka’ba) umrundeten, so demütig, als säßen Vögel auf ihrem Kopf.“

Atâ ibn Abû Rabâh sagte: „Ich sah Abdullâh ibn Umar und Abdullâh ibn Abbâs (möge Allâh mit ihnen zufrieden sein) gemeinsam das Haus umrunden, als ob Vögel auf ihren Köpfen säßen, so demütig waren sie.“ Atâ sagte: „Ich vollzog den Tawâf hinter Ibn Umar und Ibn Abbâs und hörte keinen von ihnen während des Tawâf sprechen.

Urwa ibn Az-Zubair sagte: „Ich umrundete mit Abdullâh ibn Umar die Ka‘ba und bat ihn um die Hand seiner Tochter. Er schwieg und gab mir keine Antwort. Ich dachte: ‚Wenn er einverstanden wäre, hätte er etwas gesagt. Bei Allâh, ich werde ihn nie wieder darauf ansprechen.‘ Es ergab sich, dass er vor mir nach Medina zurückkehrte. Dann kam ich an und betrat die Moschee des Gesandten Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), begrüßte ihn und erwies ihm die gebührende Ehre. Dann ging ich zu Abdullâh ibn Umar. Er begrüßte mich herzlich und fragte: ‚Wann bist du angekommen?‘ Ich entgegnete: ‚Gerade eben‘, antwortete ich. Daraufhin fragte er: ‚Hast du während unserer gemeinsamen Umrundung der Ka‘ba, als wir Allâh im Sinn hatten, um die Hand von Sauda bint Abdullâh gebeten? Du hättest das auch zu einem anderen Zeitpunkt tun können.‘ Ich erwiderte: ‚Es war eine Fügung des Schicksals.‘ Er fragte weiter: ‚Und was denkst du jetzt?‘ Ich entgegnete: ‚Ich bin so entschlossen wie nie zuvor!‘ Er rief seine Söhne Sâlim und Abdullâh und verheiratete mich mit ihr.

Challâd ibn Abdurrahmân sagte: „Ich fragte Sa‘îd ibn Dschubair: ‚Wer gilt unter den Pilgern als der beste?‘ Er antwortete: ‚Derjenige, der Essen spendet und seine Zunge hütet.‘“ At-Thaurî sagte: „Wir hörten, dass dies zur Güte des Haddsch gehört.“ Ich möchte hinzufügen, dass dieser Hadîth in marfû-Form (Isnâd bis zum Propheten) überliefert wurde, aber nicht authentisch ist.

Fazit: Ibn Qudâma kommentierte eine Aussage von Abû Al-Qâsim Al-Charaqî: „‚Es ist Sunna für den Pilger, wenig zu reden, außer in dem, was nützlich ist. Es wurde von Schuraih überliefert, dass er im Ihrâm wie eine stumme Schlange war.‘ Zusammenfassend gilt: In jeder Situation ist es ratsam, sich auf das Wesentliche zu beschränken und unnötiges Gerede zu vermeiden. Dies bewahrt vor leerem Gerede, Lügen und anderen unerlaubten Dingen. Denn wer viel redet, macht viele Fehler ... Und im Ihrâm-Zustand ist dies noch wichtiger, weil es ein Zustand der Anbetung und der Hingabe an Allâh ist. Es ähnelt dem Itikâf (zum Zwecke der Anbetung und Andacht sich in eine Moschee zurückziehen, AdÜ). Ahmad argumentierte damit, dass Schuraih (Allâh erbarme sich seiner) im Ihrâm wie eine stumme Schlange war. Es ist also Sunna für den Pilger, sich mit der Talbiya, dem Gedenken Allâhs, dem Qurânlesen, dem Gebieten des Guten und dem Verbieten des Schlechten, dem Lehren des Unwissenden, dem Erfüllen der notwendigen Bedürfnisse oder dem Schweigen zu beschäftigen. Wenn er über etwas spricht, das keine Sünde ist, oder Gedichte rezitiert, die nicht unangemessen sind, so ist dies erlaubt, aber man soll es nicht übertreiben.

Ich möchte hinzufügen, dass Allâh sagt: „Die (Zeit der) Pilgerfahrt (sind) bekannte Monate. Wer in ihnen die (Durchführung der) Pilgerfahrt beschlossen hat, der darf keinen Beischlaf ausüben, keinen Frevel begehen und nicht Streit führen während der Pilgerfahrt“ (Koran 2:197). Der Gelehrte As-Sa‘dî schreibt in seinem Tafsîr: „‚der darf keinen Beischlaf ausüben, keinen Frevel begehen und nicht Streit führen‘: Ihr sollt den Weihezustand während der Pilgerfahrt sorgfältig wahren, insbesondere in den dafür vorgesehenen Monaten. Schützt ihn vor allem, was ihn ungültig machen oder mindern könnte. Dazu zählen sexuelle Handlungen und alles, was dazu führt, sowie jede Art von Sünde und Vergehen, die während des Ihrâms verboten sind. Auch Auseinandersetzungen und Streitigkeiten solltet ihr vermeiden, da sie zu Feindschaft führen. Das Ziel der Pilgerfahrt ist es, Demut zu erlangen, sich Allâh unterzuordnen und ihm durch alle Formen der Anbetung näherzukommen. Gleichzeitig erfordert sie Enthaltsamkeit von Sünden. Wird die Pilgerfahrt auf diese Weise vollzogen, wird sie von Allâh angenommen. Die Belohnung für eine angenommene Pilgerfahrt ist das Paradies. Obwohl die genannten Verbote zu jeder Zeit und an jedem Ort gelten, unterliegen sie während der Pilgerfahrt einer besonderen Strenge.“

Manche Pilger scheinen die wichtige Sunna unserer frommen Vorfahren vergessen zu haben, die besagt, dass man während der Pilgerfahrt zurückhaltend mit seinen Worten sein soll. Stattdessen lassen sie ihrer Zunge freien Lauf und scheuen sich nicht vor Beleidigungen, Streit und Auseinandersetzungen. Man sieht sie schimpfen, fluchen und streiten. Ihre Tage verbringen sie mit Klatsch und Tratsch. Man muss sich fragen: Wann nehmen diese Pilger sich die Zeit, den Qurân zu lesen oder sich mit der Sunna des Propheten zu beschäftigen? Wie können sie die Bedeutung dieses besonderen Zustands verstehen, wenn sie sich so verhalten? Diese Pilger scheinen die Unverletzlichkeit des Ortes und der Zeit sowie die besondere Bedeutung des Pilgerzustands nicht zu würdigen. Möge Allâh uns helfen.

Der Pilger sollte sich vor der Pilgerfahrt einen detaillierten Plan zurechtlegen. Dieser sollte den Qurânlesungen, dem Rezitieren von Aurâd (Abfolge von andächtigen Redewendungen, die zu bestimmten Zeiten wiederholt werden, AdÜ) und Adhkâr, regelmäßigen Bittgebeten, der Ermahnung zum Guten und der Verwarnung vor dem Schlechten, dem Unterrichten Unwissender und der Hilfe für Bedürftige genügend Raum geben. Besonders in einer größeren Pilgergruppe, wo oft ein lockeres Miteinander gepflegt wird und man sich im überflüssigen Geschwätz verliert, ist es wichtig, sich bei oben genannten Taten selbst zur Disziplin zu zwingen. Denn die Versuchung, sich in endlosen Gesprächen zu verlieren, ist groß, wenn viele Menschen an einem Ort zusammenkommen und vermeintlich viel freie Zeit haben.

Besondere Beachtung verdient die Aussage von Schaich Al-Islâm Ibn Taimiyya: Er sagte: „Das Schweigen ohne Qurânlesen, Dhikr oder Bittgebete ist weder Anbetung noch etwas, wozu man aufgefordert ist. Vielmehr öffnet es die Tür für Einflüsterungen. Die Beschäftigung mit dem Gedenken Allâhs ist besser als das Schweigen. Das Lesen des Qurâns ist eine der besten Taten. Wenn dies der Fall ist, dann ist das Gedenken Allâhs mit dem Qurân besser als jedes andere Gedenken.

Ihr Pilger zum Haus Allâhs, vollzieht den Haddsch so, wie ihn die Rechtschaffenen vollzogen haben. Hütet euch dabei vor Streit, Auseinandersetzungen und vor überflüssigem Gerede. Beschäftigt euch mit dem Gedenken Allâhs, dem Lesen des Qurâns, dem Wissenserwerb und dem Lehren. Die Tage des Haddsch sind kurz und vergehen schnell.

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