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Die Rechtschaffenen und der Tag von Arafa Teil 1

Die Rechtschaffenen und der Tag von Arafa Teil 1

Im Hadîth von Sâlim ibn Abdullâh heißt es: „Abdulmalik schrieb an Al-Haddschâdsch, dass er Ibn Umar während des Haddsch nicht widersprechen solle. Ibn Umar (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) kam mit mir (seinem Sohn Sâlim, AdÜ) am Tag von Arafa, als die Sonne ihren Zenit überschritten hatte, zum Zelt von Al-Haddschâdsch und rief nach ihm. Al-Haddschâdsch kam heraus, bekleidet mit einem gelblichen Umhang, und fragte: ‚Was ist los, Abû Abdurrahmân?‘ Ibn Umar sagte: ‚Wir müssen aufbrechen, wenn du die Sunna befolgen willst.‘ Al-Haddschâdsch fragte: ‚Zu dieser Stunde?‘ Ibn Umar antwortete: ‚Ja.‘ Al-Haddschâdsch sagte: ‚So warte auf mich, bis ich Wasser über meinen Kopf gegossen (ein Bad genommen, AdÜ) habe und herauskomme.‘ Ibn Umar stieg ab, bis Al-Haddschâdsch herauskam und zwischen mir und meinem Vater (Ibn Umar) ging. Ich sagte: ‚Wenn du die Sunna befolgen willst, dann halte die Chutba (Predigt) kurz und beeile dich mit dem Verweilen (in Arafa)!' Al-Haddschâdsch blickte Abdullâh ibn Umar an. Als Abdullâh ibn Umar dies bemerkte, sagte er: ‚Er hat Recht.‘

Dâwûd ibn Abû Âsim sagte: „Ich stand mit Sâlim ibn Abdullâh in Arafa und beobachtete, was er tat. Er war mit Dhikr und Bittgebeten beschäftigt, bis die Menschen aufbrachen.“ Ibn Al-Mubârak sagte: „Ich kam am Abend von Arafa zu Sufyân At-Thaurî. Er kniete da, die Augen voller Tränen. Als er mich sah, fragte ich ihn: ‚Wer von den Anwesenden befindet sich in der größten Not?‘ Sufyân antwortete: ‚Wer die Hoffnung auf Allâhs Vergebung aufgegeben hat.‘“ Von Al-Fudail ibn Iyâd wird überliefert, dass er das Schluchzen und Weinen der Menschen am Abend von Arafa sah und fragte: „Stellt euch vor, um die Not zu lindern würden diese Menschen zu einem Mann gehen und ihn um einen Danq (ein Sechstel Dirham) bitten, würde er sie abweisen?“ Sie sagten: „Nein.“ Er sagte: „Bei Allâh, die Vergebung bei Allâh ist leichter zu erlangen als die Erfüllung einer Bitte eines Mannes um ein Danq.

Umar ibn Al-Ward berichtete: „Atâ ibn Abû Rabâh sagte zu mir: ‚Wenn du es schaffst, dich am Abend von Arafa zurückzuziehen, dann tu es.‘“ Hakîm ibn Hizâm (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) pflegte in Arafa zu stehen. Er hatte hundert Kamele und hundert Sklaven bei sich. Er befreite seine Sklaven, und die Menschen weinten und beteten laut und sagten: „O unser Herr, dies ist Dein Diener, der seine Sklaven befreit hat, und wir sind Deine Sklaven. So befreie uns.“ Einmal geschah Ähnliches mit den Menschen bei Ar-Raschîd. Ya‘lâ ibn Harmala sagte: „Al-Haddschâdsch hielt am Tag von Arafa eine Rede in Arafa und sprach lange. Abdullâh ibn Umar sagte: ‚Wahrlich, dieser Tag ist ein Tag des Gedenkens (Dhikr).‘ Al-Haddschâdsch fuhr fort. Abdullâh wiederholte dies zwei- oder dreimal und sagte dann: ‚Nâfi, rufe zum Gebet!‘ Al-Haddschâdsch stieg ab.“ Von Sâlim wird überliefert, dass Sa‘îd ibn Dschubair am Tag von Arafa das Fasten brach, um Kraft für das Bittgebet zu haben.

Abdullâh ibn Bakr Al-Muzanî sagte: „Ich verließ Arafa mit meinem Vater. Er sagte zu mir: ‚Mein Sohn, wenn ich nicht unter ihnen wäre, würde ich hoffen, dass ihnen vergeben wird.‘“ Ad-Dhahabî sagte äußerte sich dazu wie folgt: „So sollte der Diener sein eigenes Ego betrachten und es geringschätzen.“ Bischr ibn Al-Hârith sagte: „Al-Fudail ibn Iyâd sah einen Mann, der in Arafa (die Menschen) um etwas bat, und sagte zu ihm: ‚Wen ersuchst du an diesem Ort um Hilfe außer Allâh?“ Sâlim ibn Abdullâh ibn Umar sah einen Bettler, der die Menschen in Arafa um Almosen bat. Sâlim sagte zu ihm: „O Schwacher, bittest du heute wirklich von jemandem außer Allâh den Allmächtigen?

Ibn Radschab sagte: „Die Zustände der Wahrhaftigen in Arafa waren unterschiedlich. Manche von ihnen wurden von Angst oder Scham überwältigt: Mutarrif ibn Abdullâh und Bakr Al-Muzanî standen in Arafa. Einer von ihnen sagte: ‚O Allâh, weise die Menschen in Arafa nicht meinetwegen ab.‘ Der andere sagte: ‚Welch ein ehrwürdiger Ort und welch eine Hoffnung auf Allâh! Wenn ich nur nicht unter ihnen wäre!‘ Al-Fudail stand in Arafa und die Menschen beteten. Er weinte wie eine Mutter, die ihr Kind verloren hat. Das Weinen hinderte ihn am Beten. Als die Sonne fast untergegangen war, erhob er seinen Kopf zum Himmel und sagte: ‚Wie schlecht bin ich doch, auch wenn Du mir verzeihst.‘ Einige der Wissenden klammerten sich in Arafa an die Hoffnung. Ibn Al-Mubârak sagte: ‚Ich kam am Abend von Arafa zu Sufyân At-Thaurî. Er kniete da, die Augen voller Tränen. Als er mich sah, fragte ich ihn: »Wer von den Anwesenden befindet sich in der größten Not?« Sufyân antwortete: »Wer die Hoffnung auf Allâhs Vergebung aufgegeben hat.«‘

Fazit: Der Tag von Arafa ist ein ehrfurchtgebietender Tag, ein großartiges Ereignis und eine edle Gelegenheit. Es gibt keinen größeren Anblick auf der Welt als diesen. Âischa überlieferte, dass der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Es gibt keinen Tag, an dem Allâh mehr Menschen aus dem Höllenfeuer befreit als am Tag von Arafa. Er kommt (den Menschen) nahe und rühmt sich vor den Engeln mit ihnen und sagt: ‚Was wollen diese?‘“ An-Nawawî sagte: „Dieser Hadîth weist deutlich auf den Vorzug des Tages von Arafa hin, und so ist es auch.“

An diesem Tag und an diesem Ort offenbarte Allâh der Erhabene den Vers: Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islâm als Religion für euch zufrieden (Koran 5:3). In den beiden Sahîh-Sammlungen (Al-Buchârî und Muslim) wird von Umar ibn Al-Chattâb überliefert, dass ein Jude zu ihm sagte: „Befehlshaber der Gläubigen, es gibt einen Vers in eurem Buch, den ihr rezitiert. Wäre er uns Juden offenbart, hätten wir diesen Tag zu einem Feiertag gemacht.“ Umar fragte: „Welcher Vers?“ Er erwiderte: Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islâm als Religion für euch zufrieden. Umar sagte: „Wir wissen, an welchem Tag und an welchem Ort diese Verse dem Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) offenbart wurden, und zwar als er an einem Freitag in Arafa stand.

An diesem Tag und an diesem Ort hielt der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) eine eindringliche Predigt, die die wichtigsten Grundsätze und Ziele des Islâm zusammenfasste. Es waren Worte des Abschieds in ihrer Formulierung, Bedeutung, Vollständigkeit und Prägnanz. Die Menschen waren tief beeindruckt von seiner Redekunst. Er betonte zuallererst das Verbot des Götzendienstes, der vor dem Islâm weit verbreitet war. Sein zentraler Gedanke war das Einssein Allâh: „Lâ ilâha illallâh – „Es gibt keinen Gott außer Allâh.“ Dieses Glaubensbekenntnis ist das Herzstück des Islâm und lehnt alle anderen Götter ab.

Nur ein Haddsch, der auf dem reinen Glauben an die Einheit Gottes (Tauhîd) basiert und jede Form von Götzendienst (Schirk) ablehnt, hat wahren Wert. Wer also während des Haddsch – einer der zentralen religiösen Handlungen des Islâm – sagt: „Hilf, o Gesandter Allâhs!“ oder „Hilf, o Alî!“ oder für etwas anderes als Allâh schlachtet und verstorbene Allâh Nahestehende und rechtschaffene Menschen zum Vermittler nimmt und sie neben Allâh anruft, der hat nicht begriffen, dass der Haddsch ursprünglich dazu bestimmt ist, das Einssein Allâhs zu bekräftigen. Allâh sagt: „Und als Wir Ibrâhîm (Abraham) die Stelle des Hauses zuwiesen: ‚Geselle Mir nichts bei und reinige Mein Haus für die den Umlauf Vollziehenden, die aufrecht Stehenden, sich Verbeugenden und die sich Niederwerfenden‘“ (Koran 22:26).

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